Paul-Julien Robert ist nicht mit einem Vater und nicht mit einer Mutter aufgewachsen. Hineingeboren in die bekannteste Kommune Österreichs, die einen gesellschaftlichen Gegenentwurf zum kleinbürgerlichen Familienmodell verwirklichen und leben wollte, wurde der Regisseur von vielen Ersatzmüttern und Ersatzvätern großgezogen. Mit dem Dokumentarfilm "Meine kleine Familie" blickt Paul-Julien Robert nun zurück auf seine eigene Kindheit. (j.b.)
Frankreich, 1967. Die junge Internatsschülerin Françoise lebt in einer Welt voller strenger Regeln und religiöser Disziplin, doch hinter der Fassade der heiligen Mauern sehnt sie sich nach Freiheit, nach einem Abenteuer. Als sie eines Nachts eine schreckliche Vision von ihrem eigenen Tod hat, ist sie entschlossen, ihre letzte Nacht zu leben, als gäbe es kein Morgen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Delphine bricht sie aus dem Internat aus und folgt der Einladung zu einem geheimnisvollen Kostümfest in einer verfallenen Villa tief im Wald. Zwischen dem Dunst der Gauloises, den Rufen der wilden Jugend und den Klängen aus verbotenen Radiosendern lernt Françoise den rätselhaften Christophe kennen. Blass und mit einem durchdringenden Blick fasziniert er sie - und erinnert sie an die mystischen Wesen ihrer Fantasie. Die Nacht wird zur Reise ins Ungewisse, in eine schimmernde, dunkle Welt, in der die Grenze zwischen Leben und Tod, Traum und Realität verschwimmt. (Quelle: Verleih)
Nach 40 Jahren Lehrtätigkeit an einer Grundschule zieht Dietlinde Schildt Bilanz. Die engagierte Pädagogin verstand ihren Beruf nie ausschließlich als Vermittlerin von Wissen und Lerninhalten, sondern sie nahm auch ihren erzieherischen Auftrag ernst. Viele Umstellungen, die durch geänderte Richtlinien eine andere Art des Unterrichtens erforderten, galt es zu meistern. Doch die größte Herausforderung war und ist - laut der Grundschullehrerin aus Leidenschaft - der Wandel in unserer Gesellschaft und den Familien, deren Resultat Kinder mit ganz anderen Wertesystemen sind, als jene, die sie noch vor beispielsweise 30 Jahren hatten. (v.f.)
Novizin Maria (Julie Andrews) ist alles andere als eine mustergültige Jungnonne. Ständig kommt sie zu spät, immerzu trällert sie vor sich hin und auch sonst nimmt sie viele Regeln des Klosters nicht so ernst, wie die Mutter Oberin (Peggy Wood) das gern hätte. Maria soll sich endlich darüber klar werden, ob sie wirklich Nonne werden oder doch lieber ein ganz normales Leben ohne die Konventionen des Konvents führen möchte. So wird sie auf Probe als Kindermädchen zur Familie von Trapp geschickt. Der verwitwete Kapitän von Trapp (Christopher Plummer) erzieht seine sieben Kinder mit militärischen Mitteln, doch gebellte Kommandos und strenge Regeln sind so gar nicht nach Marias Art. Und schon bald singen die Kinder, statt zu salutieren. Je mehr sich Maria an ihre Schützlinge und deren Papa gewöhnt, desto schwerer fällt ihr die Entscheidung für ein Leben im Kloster ...
Seitdem seine Eltern auf die Kanarischen Inseln gezogen sind, lebt der 17-jährige Pierre bei seiner Großmutter und hat nur noch wenig Kontakt zu seinem herrischen Vater und seiner Mutter Hélène, die er als reine, unschuldige Frau verehrt. Doch dann stirbt sein Vater überraschend, und die Beziehung zwischen Mutter und Sohn beginnt sich zu verändern. Denn Hélène führt Pierre in ihr eigenes exzessives Leben ein und stürzt den Jungen so in eine Welt aus Lust, Scham und Abstoßung. (j.b.)
Am frühen Morgen erhielt ich einen Anruf aus dem Pflegeheim: "Ihre Mutter ist heute Nacht verstorben." Als letzter noch lebender Angehöriger der Familie begab ich mich auf den Weg. Vor einigen Monaten hatte ich meine Mutter auf dringenden ärztlichen Rat und gegen ihren Widerstand in ein Pflegeheim in der Stadt gebracht. Sie hatte 60 Jahre lang in einer kleinen Sozialwohnung im Plattenbau gewohnt, die nach dem Zweiten Weltkrieg für Flüchtlinge und Heimatvertriebene errichtet wurde. Mit einer Rente von knapp 700 EUR hatte sie ihr Arbeitsleben als Akkordarbeiterin in einer Spielzeugfabrik verbracht. Die Hoffnung meiner Mutter auf eine Rückkehr in die eigene Wohnung hatte sich nun endgültig zerschlagen. Ihre Wohnung musste geräumt werden, und mein Plan war es, dies behutsam zu tun. Zu viele Erinnerungen tauchten auf. Es war ein Abschied. Da waren Dinge, zu denen ich einen seltsam nahen Bezug hatte: die frivole Katze, ein alter Krug - mit dem ich als Kind einmal in der Woche Bier für Großmutter holen musste. Und dann waren da die Dinge, über die meine Mutter Botschaften sandte: ihr Tagebuch. Am Beginn des Tagebuchs stand: "Mein ganzes Leben während der Verheiratung war ein ewiges Hin und Her, verwirrend und aufregend. Mit der Vertreibung und dem Verlust der Heimat begann es. Ich hätte nicht heiraten sollen, es war mein größter Fehler..." Die Geschichte meiner Mutter steht exemplarisch für die vier Millionen deutschstämmigen Bürger*innen der Tschechischen Republik, die gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. In zwei Koffern befanden sich Dokumente aus längst vergangenen Zeiten und Fotoalben mit Bildern, die viel erzählen können. Doch wie lassen sich die Geschichten hinter den Dokumenten und Fotos entschlüsseln? Welch ein Glück! Das handgeschriebene Kochbuch von Großmutter. Geheimrezepte der böhmischen Kochkunst. Ich erinnerte mich an ein langes Gespräch mit meiner Mutter am Küchentisch. Ich hatte es während meines weihnachtlichen Besuchs vor 12 Jahren spontan mit einer kleinen Kamera aufgezeichnet. War mir damals bewusst, wie schwierig es bald sein würde, authentische Zeitzeugenberichte zu erhalten? Ich, der wie besessen verstehen wollte, wie diese verletzende Lieblosigkeit, diese Selbstbezogenheit, diese Ängste, Leere und Abgestumpftheit, diese Rücksichtslosigkeit, dieses Schweigen und die erschauernde Gefühlskälte meiner Eltern möglich werden konnten? Diese Frage beschäftigt mich ein ganzes Leben. Die Arbeit an diesem Film hilft mir, mich besser zu verstehen. Mit den gefundenen Dokumenten, Fotos und den alten Videos begebe ich mich auf eine Reise in meine Familiengeschichte. Eine Filmerzählung von Horst Herz. Ein Versuch, die Geschichte meiner Familie zu verstehen, gewidmet einer Generation von Frauen, die ausufernden Nationalismus, Rassismus und die Folgen von Krieg und Vertreibung bewältigen mussten. (Text: Horst Herz)
Als der deutsche Regisseur Rosa von Praunheim im Jahr 2000 erfährt, dass er als Kind adoptiert wurde, hat er weder einen Nachnamen, noch irgendwelche Details über seine leiblichen Eltern. Trotzdem macht er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln. Eine Suche, die ihn nicht nur in das Zentralgefängnis von Riga führt und ihn zwingt, immer tiefer in die deutsch-baltische Geschichte einzudringen, sondern auch eine Suche, die ihn erkennen lässt, dass er nicht nur eine Mutter hat. Er hat zwei. (j.b.)
Areg ist 23 und lebt schon seit über zehn Jahren mit seiner verwitweten Mutter Maria und seinem kleinen Bruder Garnik im bayrischen Regensburg, wo die Familie auf ihre Einbürgerung wartet. Doch während für Areg Deutschland längst zu seiner Heimat geworden ist, spricht Maria nur Armenisch und möchte eigentlich nichts lieber, als endlich wieder zurück. Und dann wird sie auch noch schwer krank, und so muss sich Areg nicht nur um seine Mutter kümmern, sondern sich erstmals auch mit seinen eigenen Wurzeln auseinandersetzen. (j.b.)
Die Familie Yamada ist - bis auf einige skurrile Eigenheiten - eigentlich eine ganz normale japanische Familie. Der Vater hat einen öden Bürojob, während seine Frau, die dem Arbeiten generell nicht viel abgewinnen kann, sich um den Haushalt, zu dem noch eine meist meckernde Oma, ein fauler Hund und die beiden Kinder gehören, kümmert - oder eben auch nicht. Das wiederum findet Herr Yamada nicht so toll, denn manchmal gibt es nach einem harten Arbeitstag nur eine Banane zum Abendbrot. Gut, dass er beim Karatekampf mit seiner Gattin um die Fernbedienung etwas Dampf ablassen kann. Und eins wissen Takashi und Matsuko zum Glück ganz genau: Was auch passiert, sie lieben einander und ihre Kinder von ganzem Herzen... (vf)
Sieben Jahre segelte Mario Goldstein über die Weltmeere. Nach seiner Rückkehr in Deutschland stellt er rasch fest: Das sesshafte Leben ist nichts mehr für ihn. Der Abenteurer beginnt davon zu träumen, die Welt von nun an über Land zu erkunden. Mit einem ausrangierten Wasserwerfer und seiner anhaltenden Sehnsucht nach Indien zurückzukehren, macht er sich auf den Weg zum Dalai Lama. Gemeinsam mit seinem Bruder René beginnt eine außergewöhnliche Reise über die sagenumwobenen Meteoraklöster und hinein in die einzigartige Landschaft Kappadokiens. Durch eingeengte Bewegungsfreiheit und einem privaten Tiefschlag steht die Reise im Iran kurz vor dem Abbruch. Eine Zeit des Zweifelns beginnt und die Wüste Dasht-e Lut scheint endlos. Immer wieder sind es die Begegnungen mit den Menschen, die die Brüder zum Weiterreisen motivieren: Die offenen Worte eines pakistanischen Zollbeamten berühren und ein junger Mönch berichtet von seiner gefahrvollen Flucht aus Tibet. In Indien werden sie überraschend in die Residenz des Dalai Lama gebeten...
Sara könnte eigentlich nicht glücklicher sein. Denn sie liebt nicht nur ihre drei Kinder, die sie von drei verschiedenen Männern hat, sondern auch ihren vierten Mann, Jan, und ihre zusammen gewürfelte Familie. Doch dann lädt sie zu Weihnachten alle ihre Ex-Ehepartner samt familiärem Anhang ein, und damit nimmt ein verhängnisvoller Abend voller Gemeinheiten und Eifersüchteleien seinen Lauf, an dessen Ende Sara eine Überraschung hat: Sie ist schwanger. Blöd nur, dass Jan als Vater ausscheidet. Noch blöder, dass er das weiß, aber Sara nicht. (j.b.)
Umgeben von Menschen und trotzdem allein. Isabelle (Juliette Binoche) lebt das Leben eines Singles in der Großstadt Paris. Sie ist eine Frau mit Vergangenheit - stark und unabhängig, als Künstlerin anerkannt, aber dafür wenig erfolgreich, wenn es um die Liebe geht. Ihre Suche nach der wahren Liebe scheitert immer wieder an der Diskrepanz zwischen ihrem Anspruch und den Kompromissen, die sie eingehen müsste. Zu groß scheint die Kluft zwischen dem, was Frauen wollen und Männer bereit sind zu geben. In ihrer Ratlosigkeit erhofft sich Isabelle ausgerechnet von einem Wahrsager (Gérard Depardieu) die Antwort auf die Frage, die sie mehr als alles andere beschäftigt - gibt es die Liebe fürs Leben oder ist sie nur eine Utopie?