Der Dokumentarfilm begleitet den italienischen Medizinstudenten Riccardo Corradini in eines der wohl ungewöhnlichsten Auslandssemester der Erasmus-Geschichte: Zwischen dem täglichen Zusammenflicken von Schusswunden und von Raketenangriffen unterbrochenen Partys schließt Riccardo immer wieder neue Freundschaften und erhält tiefe Einblicke darüber, was es bedeutet, unter den schwierigen politischen und sozialen Bedingungen im Gazastreifen zu leben. (Quelle: Fachschaft Friedens- und Konfliktforschung der Uni Marburg)
Seit 290 Jahren fasziniert Johann Sebastian Bachs "Matthäus-Passion" ihr Publikum. Als ein Höhepunkt der protestantischen Kirchenmusik ist das Oratorium tief im christlichen Glauben verwurzelt. Doch auch Nicht-Christen werden von Bachs Musik tief bewegt. Um die unsterbliche und überkonfessionelle Faszination der "Matthäus-Passion" zu erkunden, greift der niederländische Filmemacher Ramón Gieling auf einen besonderen Kunstgriff zurück: In einer halb verfallen Kirche in Amsterdam bringt er einen Obdachlosen-Chor mit professionellen Musikern zusammen, um sie gemeinsam eine Aufführung des Oratoriums proben zu lassen. Bachs Musik visualisiert er mit einer poetischen Bildsprache, die sich an der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts orientiert, aber auch Anleihen an frühere Adaptionen des Stoffs wie Pier Paolo Pasolinis "Accattone" (1961) transparent macht. Eingebettet in die eindrucksvolle Darbietung des Stücks berichten Musiker und Künstler wie der Opernregisseur Peter Sellars, der Maler Rinke Nijburg oder die Schriftstellerin Anna Enquist von ihren ganz persönlichen Beziehungen zu Bachs Werk: von Angst und größter Ekstase, von Schuld und tiefer Trauer. Den privaten Erfahrungsfragmenten stellt der Filme Nachrichtenmeldungen gegenüber, die die universelle Bedeutung von Schmerz und Leiden deutlich machen. ERBARME DICH wird so zu einem Film, der den religiösen Ursprung seiner Musik weit transzendiert. "Was alle Figuren teilen", schrieb das Dok Leipzig anlässlich der deutsche Uraufführung des Films sehr treffend, "ist das erlösende Moment der Musik - einer Musik, die sich ihrer erbarmt und die sie ihre eigene Passion finden lässt." (Quelle: Verleih)
Nach einem missglückten Einsatz, bei dem Carl Mørck und sein Team in einen Hinterhalt geraten sind und er selbst schwer verletzt wurde, soll der erfahrene Kommissar nicht länger ermitteln. Stattdessen wird er zusammen mit einem Kollegen in eine Sonderabteilung abgeschoben, in der sie alte Fälle, die bisher nicht gelöst wurden, zum Abschluss bringen sollen. Dabei stößt Carl Mørck jedoch auf das ungeklärte Verschwinden einer Politikerin - offiziell indes soll es sich dabei um einen Selbstmord handeln? (j.b.)
In Wyoming in den 1880er-Jahren lebt der frühere Auftragskiller William "Bill" Munny mit seinen beiden Kindern als Schweinefarmer. Sein altes Leben hat er für die Liebe zu seiner inzwischen verstorbenen Frau Claudia aufgegeben. Die Farm wirft kaum etwas ab und so lässt sich Munny vom jungen Revolverhelden "Schofield Kid" zu einem letzten Auftrag überreden. Er soll ihm helfen, zwei Cowboys zu erschießen, von denen einer der Prostituierten Delilah das Gesicht zerschnitten hat. Auftraggeberinnen sind die Prostituierten des Bordells der Kleinstadt Big Whiskey.
Jakob verliert durch einen Verkehrsunfall sein Augenlicht. Lilly, seine Lehrerin, die von Geburt an blind ist, versucht ihm zu helfen. Jakob hat aber keinen Lebensmut mehr und möchte nur noch einmal seine kranke Mutter in Russland besuchen. Nun begeben sich beide auf eine Reise, die sich nur wenige Sehende wagen würden. (aga)
Erdal, der mit seinem Cousin Oguz in Otosan in der Fahrzeugbeklebungs- und Modifikationsbranche arbeitet und Ece, die als Managerin in einem Konzern arbeitet, sind seit vielen Jahren ein Ehepaar. Erdal (Sahan Gökbakar) und Ece (Seda Türkmen) geben uns einen Einblick in Ihre Beziehung und den alltäglichen Konflikten zwischen Eheleuten, aus einem sehr lustigen und unterhaltsamen Blickwinkel. (Quelle: Verleih)
Zwei wie Feuer und Wasser, das ist der Stoff, aus dem Männerfilme gemacht sind oder Filme über Pärchenbildung. In diesem Falle handelt es sich um einen systemkritischen Homosexuellen auf der einen Seite und einen linientreuen Studenten auf der anderen Seite. Der linientreue Student wird als Spitzel eingesetzt, doch die wachsende Freundschaft läßt ihn das wieder vergessen. Melodram, das nicht in die Schnulze abgleitet, weil es mit dem entsprechenden Augenzwinkern inszeniert ist.
Wir leben im Zeitalter des Anthropozän, in dem der Mensch der entscheidende Faktor für die fundamentalen Veränderungen des Planeten ist. Dies versteht Nikolaus Geyrhalter ganz konkret und zeigt, wie der Mensch die Erde an ihrer Oberfläche bewegt und verändert. Mehrere Milliarden Tonnen Erde werden durch Menschen jährlich bewegt - mit Baggern, Bohrern oder Dynamit. Nikolaus Geyrhalter beobachtet in Minen und Steinbrüchen, an Großbaustellen und Kohleabbaugebieten die Menschen bei ihrem ständigen Bestreben sich den Planeten untertan zu machen und sich seine Rohstoffe anzueignen: Eine Bestandsaufnahme der Menschheit als wichtigster Einflussfaktor auf die fundamentalen und unwiderruflichen Veränderungen ihres Heimatplaneten. In sieben Kapiteln führt Nikolaus Geyrhalter an Stätten des Tage- und des Tiefbaus in Europa und Nordamerika, die sonst nur schwer zugänglich sind. Am Brenner wird ein Basistunnel durch den Berg getrieben, um die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt zu ermöglichen. Um die weltweite Nachfrage zu stillen werden in den Marmorsteinbrüchen im italienischen Carrara heute hundert Mal mehr Blöcke abgetragen als noch vor dreißig Jahren. Im ehemaligen Salzbergwerk im deutschen Wolfenbüttel wiederum ist man darum bemüht, größtmöglichen Stabilität zu bewahren, damit - bis ein neues Endlager gefunden wird - der dort gelagerte Atommüll keine weiteren Schäden verursachen kann. Der Film zeigt Baustellen und Tagebaugebiete, die durch unermüdliche Umwälzungen vonimmensem Ausmaß offene Wunden in der Erdkruste zurücklassen: im Braunkohletagebau im ungarischen Gyöngyös inmitten eines prähistorischen Sumpfzedernwaldes, in den Kupferminen am spanischen Rio Tinto, wo seit dem Römischen Reich Metall abgebaut wird, inmitten der Ölsande im kanadischen Alberta auf dem Gebiet einer First Nation oder auf einer Riesenbaustelle im kalifornischen San Fernando Valley, wo Berge geschliffen werden, um leicht zu bebauende Grundstücke für neue Städte zu schaffen. (Quelle: Verleih)
Gideonettes Familie ist verflucht, ihr Vater verstorben. Jetzt lebt sie bei ihren wunderlichen Großeltern auf dem Land, wo sie sich von einer unheimlichen Kreatur verfolgt fühlt. Doch als ihr jüngerer Freund Bhubesi Hilfe für seinen Flug zum Mond braucht, ist Gideonette für ihn da. Der Name von Gideonette de La Rey sei verflucht, behaupten die Nachbarn. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters muss die 13-Jährige zu ihren Großeltern aufs Land, um Abstand zu gewinnen. Doch der Fluch verfolgt sie in ihren Träumen und begegnet ihr als haariges Monster. Lähmende Angst lässt sie ihr Zimmer kaum mehr verlassen. Beim Blick aus dem Fenster beobachtet sie den gehörlosen, Astronaut spielenden Nachbarsjungen Bhubesi. Seine Unschuld und Fröhlichkeit stecken Gideonette an. Seit Monaten bauen Bhubesi und der Großvater an einer Mondrakete, mit der der kleine Raumfahrer eines Tages in den Himmel fliegen soll. Die Tage vergehen und Gideonette fühlt sich immer besser. Aber dann belauscht sie ein Gespräch ihrer Großeltern und erfährt den wahren Grund für den Tod ihres Vaters. In völliger Panik weist sie Bhubesi von sich. Am nächsten Morgen wird der Junge von einem Krankenwagen abgeholt. Lag das auch am Fluch? Gideonette muss sich entscheiden, ob sie einem Märchen Glauben schenkt oder das Leben mit seinen schrecklichen und zugleich schönen Momenten annimmt. (Quelle: Barnsteiner Film)
EREN porträtiert eine Frau, die seit mehr als 30 Jahren für Grundrechte und Frieden in der Türkei kämpft. Als Anwältin und Menschenrechtsverteidigerin ist sie eine der Hauptakteur_innen und Kläger_innen für Frauen- , LGBT und Minderheiten-Rechte, gegen Folter und sexualisierte Gewalt. Ihr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit scheut keine Tabus und rüttelt an den Fundamenten des türkischen Staates. Sie wird zur Angeklagten, zur Staatsfeindin gemacht. In mehr als hundert Strafverfahren droht ihr eine lebenslange Freiheitsstrafe. Wieviel Zeit ihr in Freiheit bleibt, weiß sie nicht. Jeden Moment kann sie für immer hinter Gittern verschwinden. (Quelle: Verleih)