Nicht ist, wie es scheint, das hämmert CIA-Ausbilder Walter Burke seinen Schülern in dem Ausbildungslager der Agency, die Farm genannt, immer wieder ein. Auch James Clayton befindet sich unter den Auszubildenden. Ausbilder Burke treibt ein Katz- und Mausspiel mit ihm, denn er beauftragt ihn, einen Maulwurf in den eigenen Reihen ausfindig zu machen, Clayton lässt sich indes auf eine wilde Affäre mit der geheimnisvollen Layla ein. Am Ende bleibt die Frage, wer hier mit falschen Karten spielt. (sir)
Film über den jüdischen Arzt Magnus Hirschfeld, der ein Vorkämpfer für die Homosexualität war, sich für die Abschaffung des Pragraphs 175 einsetzte und 1919 das Institut für Sexualwissenschaft gründete, dass dem Naziterror zum Opfer fiel. Ein Stück Geschichte, das die Geschichte ganz anders beleuchtet. (JP)
Die 70-er Jahre in den USA bei Lichte besehen: Die sexuelle Aufklärung tobt und mit ihr der Partnertausch, die Wasserbetten und der schlechte Geschmack. Der Regisseur Ang Lee zeichnet das Leben von zwei benachbarten wohlanständigen Mittelstandsfamilien. Papa Ben Hood von der einen Familie hat ein Verhältnis mit Mama Carver von der anderen Familie. Bens Frau ist neurotisch: Sie stiehlt kräftig in Läden und liest Sexualratgeber. Wer selbst so sehr mit seiner eigenen Entwicklung beschäftigt ist, kommt nicht dazu, sich um seine pubertierenden Kinder zu beschäftigen. Und so mündet der Film bei aller vorhergehenden Komik in einen Eissturm und ein tragisches Ende. (P.M.)
Eine Berliner Göre wird durch ein Preisausschreiben zur Taufpatin eines kleinen Elefanten bestimmt. Durch einen Sportunfall, der sie ans Krankenhausbett fesselt, sieht sie sich um ihren Preis gebracht, bis ihrem pfiffigen kleinen Bruder die rettende Idee kommt. Inszenatorisch wenig aufregender, aber frisch gespielter Kinderfilm, der alltägliche Lebenserfahrungen geschickt mit einer vergnüglichen Geschichte verbindet und Kindern Mut macht, ihre Ideen mit Fantasie und Argumenten durchzusetzen. (Text: Lexikon des Internationalen Films)
Joseph Merrick war ein einfacher, schwer geplagter und besonderer Mann, eine tragische Figur, die für die Leinwand wie gemacht scheint. Erzählt wird die Geschichte eines deformierten Briten, dessen körperliche Missbildungen ihm schon bald zu zweifelhaftem Ruhm als Kuriosität und einzigartigem Studienobjekt verhalfen. Kein anderer Film aus David Lynchs vielfältiger früher Schaffensphase ist von vergleichbarer Traurigkeit und Verzweiflung geprägt. Dass es sich bei Merricks Lebensgeschichte um einen realen Fall handelt, der im England des späten 19. Jahrhunderts für Furore sorgte, mag diesen Effekt nur verstärken.
Pech für ein Dorf in Wales: zwei fröhliche englische Landvermesser wollen die Anhöhe hinter dem Dorf vermessen. Die Dorfbewohner haben bisher ihre Anhöhe als Berg geführt, doch das Eintreffen der Engländer könnte Schluß mit Berg-lustig machen. Kurzerhand erhöhen die walisischen Dörfler den Hügel künstlich, eine Rebellion zum Schmunzeln.
Eine entlegene Bushaltestelle im Norden Schottlands: Der Pensionär Tom (Timothy Spall) macht sich auf den Weg nach Land's End im Süden Englands - an jenen Ort, an dem seine kürzlich verstorbene Ehefrau Mary und er sich einst kennengelernt haben. Dort möchte er ihre Asche verstreuen, die er in einem kleinen Koffer bei sich trägt. Der 90-Jährige plant, seine über 1300 Kilometer lange Reise ausschließlich mit Nahverkehrsbussen zurückzulegen, da er diese als Rentner kostenfrei nutzen kann. Während seiner Fahrt trifft er auf die unterschiedlichsten Menschen, die Anteil an seiner bewegenden Geschichte nehmen und den rüstigen Busreisenden zur landesweiten Berühmtheit machen. (Quelle: Verleih)
Ägypten, kurz vor dem zweiten Weltkrieg: Der ungarische Graf Laszlo Almasy (Ralph Fiennes) erkundet als Mitglied der englischen Royal Geographic Society die Wüste, um Karten für die Forschungsprojekte von Geographen und Archäologen zu erstellen. Als deutsche Armeeeinheiten ihn abschießen, wird er von einem englischen Konvoi aufgenommen und von der französischen Rot-Kreuz-Schwester Hana (Juliette Binoche) gepflegt. Nur knapp hat Almasy den Absturz überlebt; sein Körper, sein Gesicht sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, seine inneren Organe schwer in Mitleidenschaft gezogen. Almasy leidet zudem an Amnesie. Hana entscheidet sich, mit Almasy den Konvoi zu verlassen, um ihn in Ruhe pflegen zu können. In einer Klosterruine in der Toskana lassen sich beide nieder. Zu ihnen gesellen sich zwei eng miteinander befreundete Experten der britischen Armee für das Entschärfen von Bomben: der Sikh Kip (Naveen Andrews) und Hardy (Kevin Whately). Kip und Hana lieben sich. Schließlich taucht in der Ruine noch der mysteriöse Caravaggio (Willem Dafoe) auf, der Almasy mit Misstrauen begegnet, ohne dass Hana zunächst weiß, warum.
Douglas Wolfsperger ist auf dem Weg zu seiner Tochter. Nach der Trennung von seiner Frau ist dieser Besuch für den Regisseur und Produzenten allerdings nicht einer von denen, wie sie nach Scheidungen häufig zwischen den Eltern vereinbart werden, und wie sie für unzählige Familien längst Alltag geworden sind. Sein Besuch wird ein Abschied. Denn per Gerichtsbeschluss wurde ihm der Kontakt zu seinem Kind verboten - endgültig. Und so wird seine vorerst letzte Reise eine der Wut, der Enttäuschungen und Traurigkeit, aber auch eine Reise, mit der er aufmerksam machen möchte. (j.b.)
Die Artus-Sage: Lancelot (Richard Gere) kämpft um Lady Guinevere. Guinevere wie immer im Konflikt zwischen Pflicht (König Artus) und Neigung (Lancelot). Letzte Nachricht aus amerikanischer Schmachtstube, was Historienfilme angeht. Anstelle von Rot wird Blau als Farbe der Macht eingesetzt, das ist aber auch der nahezu einzige Unterschied zu den Schmachtfetzen der 60-er Jahre. Einziger Lichtblick: Sean Connery als König Artus. Mein Tip: unbedingt auf die Blende zwischen der Mitte der Tafelrunde und dem Inneren des Auges von König Artus achten !!! - es lohnt sich ... (M.P.)