Der Dokumentarfilm "PROJEKT A" von Marcel Seehuber und Moritz Springer sucht Antworten auf die Krisen und Katastrophen, die scheinbar immer schneller, heftiger, vernichtender über die Menschheit und die Erde hereinbrechen. Ein Einblick in unterschiedliche anarchistische Projekte räumt auf mit dem Chaos-Klischee und zeigt ein alternatives Weltbild als Chance, die gesellschaftszersetzenden Folgen von Profitgier und Ausbeutung auszuhebeln. Beispiele wie die 2000 Mitglieder starke Cooperativa Integral Catalana, die auf alternative Währungsmodelle, eigene Produktion und Tauschhandel setzt oder das in solidarischer Landwirtschaft betriebene Kartoffelkombinat in München zeigen, dass ein Wandel der herkömmlichen Strukturen funktionieren kann. (v.f.)
2010 katapultiert sich Sebastian Kurz per Geilomobil ins Zentrum der Aufmerksamkeit, kurz darauf ist er Integrationsstaatsekretär, Außenminister, ÖVP-Chef und schließlich 2017 Kanzler. Der Weg an die Spitze war akribisch geplant, unlautere Mittel inklusive. Die Macht über den Staat war in der Hand ein paar weniger Menschen, seinen "Prätorianern", wie sie sich selbst bezeichneten. Die Medien, zunächst skeptisch, liegen Kurz bald zu Füßen. In Deutschland feiert die Bild-Zeitung den "Klartext-Kanzler" aus Österreich bis heute. Man möchte meinen, ein Comeback stehe im Raum, während in Österreich die Aufarbeitung gerade erst in die Gänge kommt. Kurt Langbein rekonstruiert in "Projekt Ballhausplatz" präzise den von langer Hand geplanten Aufstieg von Sebastian Kurz. Eine Collage aus Archivmaterial und Interviews mit Wegbegleiter*innen und Kritiker*innen dekonstruiert den Masterplan dahinter und zeigt die Methoden, die Kurz von der Jungen ÖVP ins Bundeskanzleramt führten. Der Film erzählt den Aufstieg und Fall eines Bewunderten, dessen Geheimnis so furchtbar und banal ist, wie die Welt eines Selbstberauschten nun einmal funktioniert. Mit einer Politik zum reinen Selbstzweck, um Macht zu erweitern und zu zementieren. (Quelle: Verleih)
Transhumanz - ist das Mysterium, Kultur oder einfach nur Lebensart? Wahrscheinlich von allem etwas, im Hirtenland Rumänien, in dem diese archaische Tradition noch lebt. Noch. Im Gepäck Kamera und Mikrofon und vor allem jede Menge Neugier, begleitete Uwe Fischer eine Saison lang eine Hirtenfamilie in den rumänischen Karpaten. Er zog mit ihren Schafen über weite Almen, saß am offenen Feuer, beging mit ihnen Totengedenken, feierte das orthodoxe Osterfest und konnte so eine Arbeits- und Lebensweise dokumentieren, die noch von vielen Traditionen geprägt ist, aber auch die Einschränkungen aktueller EU-Richtlinien bewältigen muss. Mit oft unmittelbarer Nähe zu den Protagonisten und seinem Gespür, das Besondere im Alltäglichen zu entdecken, fängt Uwe Fischer Momente ein, die dem Zuschauer im Gedächtnis haften bleiben werden.
"Macht doch lieber was Vernünftiges!" Diesen Satz bekamen Tim (24), Michael (29) und Dennis (25) seit der Schulzeit nicht nur einmal zu hören, wenn sie sich zu ihren Traumjobs bekannten: Künstler, Fotograf, Filmemacher. Die Antwort: Manche Träume müssten Träume bleiben, Arbeit müsse schließlich keinen Spaß machen, sondern vor allem genug Geld einbringen und sicher sein. Einige Jahre später arbeiten die drei an ihrem Kinofilm, für den es zuerst keinen konkreten Abnehmer gibt, keine große Produktionsfirma und auch keinen Filmverleih... vernünftig ist wirklich etwas anderes. Sie setzen alles auf eine Karte und sind fest entschlossen, für ihr Ziel zwei Jahre Arbeitszeit zu investieren. Unbezahlt. Dabei geht es nicht um irgendein Ziel: Die drei wollen in die Antarktis reisen. Sie wollen herauszufinden, ob es möglich ist, auch die entferntesten Ziele zu erreichen, wenn man es nur doll genug will. (Quelle: Verleih)
Kinostart
25.10.2018
FSK
0
Laufzeit
101 Min.
Regie
Tim David Müller-Zitzke,Michael Ginzburg,Dennis Vogt
Irgendwo im unwegsamen russischen Ural befinden sich zwei Züge auf Kollisionskurs. Der eine hat Passagiere an Bord, der andere transportiert zehn Atomsprengköpfe, die in der Folge des START-Abkommens über nukleare Abrüstung in ein Entsorgungslager gebracht werden sollen. Nur kurz nach dem unerklärlichen Zusammenstoß der beiden Züge kommt es zu einer gewaltigen Atomexplosion, in deren Folge die Alarmglocken in Moskau wie Washington läuten. Denn neun der zehn an Bord gebrachten Sprengköpfe wurden vor der Detonation gestohlen. Acht davon sollen, so wird rasch klar, in ein Schwellenland geschmuggelt werden, die neunte jedoch in New York für eine Katastrophe sorgen. (Text: Verleihprogramm)
Als sich eine Gruppe von Wissenschaftlern auf die Suche macht, will sie Antworten auf Fragen finden, die wir uns schon lange stellen. Sie will Rätsel lösen, die zu lange unerklärbar geblieben sind, Geheimnisse lüften, die uns entscheidende Erkenntnisse bisher unmöglich gemacht haben. Auf der Suche nach Erklärungen aus unserer Vergangenheit, die uns helfen würden, unsere Gegenwart zu verstehen, finden die Forscher jedoch dunkle Zeichen, die über unsere Zukunft entscheiden könnten... (j.b.)
Auf den ersten Blick unterscheidet sich diese Kleinstadt nicht von anderen Orten der US-amerikanischen Provinz, doch auf den zweiten sieht das ganz anders aus. Denn unter der Oberfläche verbergen sich wertvolle Erdgasvorkommen, welche das Land für Großunternehmen interessant und lukrativ machen. Genau deshalb ist auch Geschäftsmann Steve Butler gekommen, der den Bewohnern ihren Besitz möglichst günstig abkaufen will. Dabei hat er die Rechnung jedoch ohne Dustin Noble gemacht... (j.b.)
Von Cassie (Carey Mulligan) hieß es immer, sie sei eine vielversprechende junge Frau. Aber jetzt findet man sie öfter abends vermeintlich betrunken in einer Bar. Welcher Mann erwartet da noch etwas von ihr - außer leichte Beute zu sein? Ein fataler Irrtum... (Quelle: Verleih)
Der freundliche Herr Prop hat ein Haus geerbt, das sich allerdings als Bruchbude entpuppt. Zu allem Überfluss ist seine Nachbarin Hexe von Beruf und hat nichts Besseres zu tun, als Herrn Prop das Leben schwer zu machen und die ganze Stadt gegen ihn aufzuhetzen. Er findet jedoch eine Verbündete in der sprechenden Kuh Berta. (sir)
Koyaanisqatsi-life out of balance (Erstaufführung 1982) ist der erste Teil einer Trilogie von Godfrey Reggio, die die Zerstörung der Natur und des Gleichgewichts durch den Menschen beschreibt. Die Fortsetzungen heißen Powaqqatsi-life in transformation (1988) und Naqoyqatsi-life as war (2002) . Der Film besteht ausschließlich aus einer Montage von Bildsequenzen und der von Philip Glass komponierten und exakt auf die Bilder zugeschnittenen Musik. Der Regisseur nennt die Künstler Georgia O?Keeffe und Guy Debord, den Philosophen/Theologen Ivan Illich als Insiration. Produktion und Herausbringung dieses damals extrem ungewöhnlichen Filmwerks wurden von Francis Ford Coppola und George Lucas unterstützt. Dadurch und durch zahlreiche namhafte Preise und Auszeichnungen erreichte der Film ein breites Publikum. James Monaco (Filmwissenschafteler) erklärte Koyaanisqatsi zu einem der fünf wichtigsten Filme der Gegenwart (seit 1980).
Prospero, der Herzog von Mailand, wird von seinem Bruder Alonso auf eine einsame Insel verbannt. Nur seine Tochter Miranda und 24 Bücher durfte Prospero mit sich nehmen. Mit der Macht dieser Bücher und kraft seiner Imagination und seines Wissens schafft er sich ein Paradies. Doch seine Rachegedanken lassen Prospero nicht los. In seiner Vorstellung entfesselt er einen Sturm, der seine Feinde auf die Insel verschlägt. Er rächt sich an Alonso, indem er ihn in dem Glauben läßt, sein Sohn Ferdinand sei ertrunken. Erschrocken über seinen Machtmißbrauch vernichtet Prospero all seine Bücher und schwört der Magie ab. Seine Bitte um Verzeihung bleibt nicht ungehört: Die Geister der Insel erwachen zu wirklichem Leben. Der Regisseur und Maler Peter Greenaway ("Der Kontrakt des Zeichners") zeigt sich auch in seiner Adaption des letzten Shakespeare-Werkes "Der Sturm" von 1611 als großer Architekt der Leinwand. Mit der Verwendung von perfekt komponierten Übereinanderblendungen und dem Einsatz von HDTV stößt er nicht nur an filmische Grenzen. Der mit Anspielungen und Symbolen prall gefüllte Bilderrausch übersteigt bisweilen auch die Aufnahmefähigkeit des Zuschauers. Nicht zuletzt sieht Greenaway seinen Film als Denkmal für die Theaterlegende Sir John Gielgud, der im Laufe seines 87jährigen Lebens in vier Inszenierungen von "Der Sturm" spielte.
Vicky und Yulieth, zwei junge Frauen der FARC-Guerilla, blicken im Jahr 2017 sorgenvoll in die tiefen Weiten der Bergwelt Kolumbiens. Eine ungewisse Zukunft liegt vor ihnen, und der bewaffnete Kampf bestimmt noch immer ihr Leben. Über fünf Jahre folgt die Kamera den beiden Guerilleras, die vor dem tiefgreifendsten Veränderungsprozess ihrer Leben stehen. Ein Friedensvertrag wurde unterzeichnet, und die Waffen sollen niedergelegt werden. Sozialisiert und groß geworden im bewaffneten Untergrund, gilt es nun, im ganz normalen Alltag zu bestehen und sich selbst neu im zivilen Leben zu verorten. Während die politische Rechte an Fahrt gewinnt und Unsicherheit und Gefahr ihr Leben prägen, müssen die beiden Frauen ein neues Leben erlernen. Frieden ist schwerer zu lernen als Krieg. Vicky und Yulieth, zwei junge Frauen, kennen nichts anderes als das Rebellenleben. Sie müssen erst lernen, ohne Waffen nur auf sich allein gestellt zu leben. Über fünfzig Jahre kämpfen in Kolumbien die linken Rebellen der FARC gegen rechte Paramilitärs und staatliche Truppen, 220.000 Tote sind zu beklagen. 2016 kommt es zu einem Friedensvertrag, für den der Präsident des Landes mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Die FARC legt die Waffen nieder und hofft auf eine Wiedereingliederung in die Zivilgesellschaft. Doch die Regierung hält ihre Versprechungen nur unzureichend ein, die Paramilitärs erstarken, und der Staat bietet keinen Schutz, auch nicht in den provisorischen Unterkünften für die ehemaligen Kämpfer. Wie kann da Frieden entstehen? Die beiden Frauen versuchen ihr Glück zunächst in der Anonymität der Großstadt, doch nur für eine scheint das eine dauerhafte Möglichkeit, die andere zieht es zurück aufs Land. Markus Lenz begleitet sie fünf Jahre auf ihrem steinigen Weg in ein ziviles Leben. So gelingt es ihm, zwei bewegende Lebensgeschichten zu erzählen, die von großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen geprägt werden. (Text: Verleih)