Filmplakat Chronik eines Mordes

Drama

Chronik eines Mordes

92 Min. DDR•1965
Regie
Joachim Hasler
Darsteller
Angelica Domröse,Jirí Vrstála,Ulrich Thein,Norbert Christian,Martin Flörchinger
Drehbuch
Angel Vagenshtain

Mitte der 1950er Jahre wird in einer westdeutschen Stadt der Bürgermeister Zwischenzahl am Tag seiner Amtseinführung erschossen. Täterin ist die Jüdin Ruth Bodenheim, die sich mit dem Mord am Tod ihrer Eltern rächen will: Als SA-Mann war Zwischenzahl offensichtlich an der Deportation ihrer Eltern ins KZ während des Krieges beteiligt. Ruth hat ihre schrecklichen Erlebnisse und den Tod ihrer Eltern nicht verkraftet und will den Bürgern der Kleinstadt die Augen öffnen. Auch ihr liebevoller Ehemann Dr. Martin kann Ruths Gerechtigkeitssinn und ihr Bohren in der Vergangenheit nicht abwenden. Sie will keine Abfindung, sondern einen offenen Prozess. Beeindruckt von Ruths Beharrlichkeit, den schwierigen Fall Zwischenzahl an die Öffentlichkeit zu bringen, beschließt der Staatsanwalt Dr. Hoffmann, ihre Verteidigung vor Gericht zu übernehmen. Joachim Haslers Romanadaption reiht sich in die politisch-propagandistischen DEFA-Filme zur Unterstützung der DDR-Kampagne gegen die kapitalistische BRD ein. Der Kalte Krieg soll auf ideologischer Ebene fortgeführt werden und die DDR als den moralisch besseren der beiden deutschen Staaten erscheinen lassen. Ganz so eindimensional allerdings ist "Chronik eines Mordes" nicht. Die Figur des Staatsanwaltes ist durchaus gebrochen, und auch die des Bruders zeigt ein differenzierteres Bild. (Text: Verleih)

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